37.3. Konfiguration einer Xen-Gastdomäne

Die Dokumentation zur Konfiguration einer Gastdomäne ist nicht sehr umfangreich. Die meisten Informationen zum Konfigurieren einer solchen Domäne finden Sie in der Beispielkonfigurationsdatei /etc/xen/config. Die erforderlichen Optionen werden zusammen mit einem Standardwert oder zumindest einer Beispielkonfiguration erläutert. Wenn Sie mit der unter Abschnitt 37.2.1, „Installation einer Gastdomäne mit YaST“ beschriebenen Installation arbeiten, erstellen Sie die Datei /etc/xen/guest1 mit dem folgenden Inhalt:

kernel = "/boot/vmlinuz-xen"   1
ramdisk = "/boot/initrd-xen"   2
memory = 128                   3
name = "guest1"                4
nics = 1                       5
vif = [ 'mac=aa:cc:00:00:00:ab, bridge=xen-br0' ] 6
disk = [ 'file:/var/tmp/guest1,hda1,w' ] 7
root = "/dev/hda1 ro"          8
extra = "3"                    9
1

Geben Sie den Pfad zum Xen-Kernel in domain-0 an. Mit diesem Kernel wird später das Gastsystem ausgeführt.

2

Wählen Sie die passende initrd RAM-Disk aus, die die Gerätetreiber für den Xen-Kernel enthält. Anderenfalls kommt es zu einer Kernel-Panic, weil der Kernel sein Root-Dateisystem nicht mounten kann.

3

Legen Sie fest, wie viel Arbeitsspeicher der Gastdomäne zugewiesen werden soll. Dies führt zu einem Abbruch, wenn das System nicht über genügend freien Speicher für seine Gastsysteme verfügt.

4

Der Name für dieses Gastsystem.

5

Die Anzahl der virtuellen Netzwerkschnittstellen für die Gastdomäne.

6

Die Konfiguration der virtuellen Netzwerkschnittstelle einschließlich ihrer MAC-Adresse und der Bridge, über die sie verbunden ist.

7

Hier definieren Sie die verfügbaren virtuellen Blockgeräte für das Xen-Gastsystem. Wenn Sie physische Blockgeräte verwenden möchten, erstellen Sie Einträge wie ['phy:sdb1,hda1,w', 'phy:system/swap1,hda2,w'].

8

Legt das Root-Device für den Kernel fest. Hierbei muss es sich aus der Perspektive des Gastsystems um das virtuelle Gerät handeln.

9

Hier können Sie zusätzliche Kernel-Parameter angeben. Der Wert 3 im Beispiel bedeutet, dass das Gastsystem mit Runlevel 3 gestartet wird.