Kapitel 2. Fortgeschrittene Festplattenkonfiguration

Inhaltsverzeichnis

2.1. Beständige Gerätedateinamen für SCSI
2.2. LVM-Konfiguration
2.3. Soft-RAID-Konfiguration

Komplexe Systemkonfigurationen erfordern besondere Festplattenkonfigurationen. Um eine persistente Gerätebenennung für SCSI-Geräte zu ermöglichen, verwenden Sie ein bestimmtes Startskript. Das Logical Volume Management (LVM) ist ein Schema für die Festplattenpartitionierung, das viel flexibler als die physische Partitionierung in Standardkonfigurationen ist. Mithilfe seiner Snapshot-Funktionalität können Sie problemlos Daten-Backups erstellen. Ein RAID (Redundant Array of Independent Disks) bietet verbesserte Datenintegrität, Leistung und Fehlertoleranz.

2.1. Beständige Gerätedateinamen für SCSI

SCSI-Geräte wie z.B. Festplattenpartitionen bekommen beim Booten Gerätenamen zugewiesen, und zwar auf eine mehr oder weniger dynamische Weise. Dies ist solange kein Problem, wie sich an der Zahl oder an der Konfiguration der Geräte nichts ändert. Wenn aber eine weitere SCSI-Festplatte hinzukommt und diese vor der alten Festplatte vom Kernel erkannt wird, dann erhält die alte Platte einen neuen Namen und die Einträge in der Mounttabelle /etc/fstab passen nicht mehr.

Um diese Schwierigkeit zu vermeiden, kann das System-Bootskript boot.scsidev verwendet werden. Dieses Skript kann mit Hilfe des Befehls /sbin/insserv aktiviert werden, und benötigte Bootparameter werden in /etc/sysconfig/scsidev abgelegt. Das Skript /etc/rc.d/boot.scsidev richtet die SCSI-Geräte für den Bootvorgang ein und vergibt beständige Gerätenamen im Verzeichnis /dev/scsi/. Diese Gerätenamen können dann in der Datei /etc/fstab verwendet werden. Wenn beständige Gerätenamen verwendet werden sollen, ist es möglich, diese in der Datei /etc/scsi.alias zu definieren. Informationen über das Schema für die Namensvergabe in /etc/scsi können Sie mittels man scsidev erhalten.

Im Expertenmodus des Runlevel-Editors ist boot.scsidev für den Runlevel B einzuschalten, dann werden die notwendigen Links in /etc/init.d/boot.d angelegt, um die Namen während des Bootens zu erzeugen.

[Tip]Gerätenamen und udev

Das Bootskript boot.scsidev wird auch unter SUSE Linux weiterhin unterstützt. Zur Erzeugung von beständigen Gerätenamen sollte jedoch möglichst udev verwendet werden. Hierbei werden in /dev/by-id/ entsprechende Gerätedateien mit beständigen Namen erzeugt.