Kapitel 43. DHCP

Inhaltsverzeichnis

43.1. Konfigurieren eines DHCP-Servers mit YaST
43.2. DHCP-Softwarepakete
43.3. Der DHCP-Server dhcpd
43.4. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Das DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) dient dazu, Einstellungen in einem Netzwerk zentral von einem Server aus zuzuweisen. Einstellungen müssen also nicht dezentral an einzelnen Arbeitsplatzcomputern konfiguriert werden. Ein für DHCP konfigurierter Host verfügt nicht über eine eigene statische Adresse. Er konfiguriert sich stattdessen vollständig und automatisch nach den Vorgaben des DHCP-Servers.

Dabei ist es zum einen möglich, jeden Client anhand der Hardware-Adresse seiner Netzwerkkarte (die in den meisten Fällen unveränderlich ist) zu identifizieren und ständig mit denselben Einstellungen zu versorgen, sobald der Client eine Verbindung zum Server herstellt. Zum anderen kann DHCP aber auch so konfiguriert werden, dass der Server jedem Client, der eine Verbindung zu ihm herstellt, eine Adresse aus einem dafür vorgesehenen Adresspool dynamisch zuweist. In diesem Fall versucht der DHCP-Server, dem Client bei jeder Anforderung dieselbe Adresse zuzuweisen – auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Dies funktioniert natürlich nur solange, wie es im Netzwerk nicht mehr Clients als Adressen gibt.

Ein Systemadministrator kann somit gleich in zweierlei Hinsicht von DHCP profitieren. Alle, d. h. auch umfangreiche Änderungen der Netzwerkadressen oder der -konfiguration können zentral in der Konfigurationsdatei des DHCP-Servers vorgenommen werden. Dies ist sehr viel komfortabler als das Neukonfigurieren zahlreicher Arbeitsstationen. Außerdem können vor allem neue Computer sehr einfach in das Netzwerk integriert werden, indem sie aus dem Adresspool eine IP-Adresse zugewiesen bekommen. Das Abrufen der entsprechenden Netzwerkeinstellungen von einem DHCP-Server ist auch besonders interessant für Notebooks, die regelmäßig in unterschiedlichen Netzwerken verwendet werden.

Neben IP-Adresse und Netzmaske werden dem Client nicht nur der Computer- und Domänenname, sondern auch das zu verwendende Gateway und die Adressen der Namenserver mitgeteilt. Im Übrigen können auch etliche andere Parameter zentral konfiguriert werden, z. B. ein Zeitserver, von dem die Clients die aktuelle Uhrzeit abrufen können oder ein Druckserver.

43.1. Konfigurieren eines DHCP-Servers mit YaST

Beim ersten Starten des Moduls werden Sie von einem Assistenten aufgefordert, einige grundlegende Entscheidungen hinsichtlich der Serveradministration zu treffen. Nach Abschluss der anfänglichen Konfiguration ist eine grundlegende Serverkonfiguration verfügbar, die für einfache Szenarien ausreichend ist. Komplexere Konfigurationsaufgaben können im Expertenmodus ausgeführt werden.

Kartenauswahl

Im ersten Schritt ermittelt YaST die in Ihr System eingebundenen Netzwerkschnittstellen und zeigt sie anschließend in einer Liste an. Wählen Sie in dieser Liste die Schnittstelle aus, auf der der DHCP-Server lauschen soll, und klicken Sie auf Hinzufügen. Wählen Sie anschließend die Option Firewall für gewählte Schnittstelle öffnen, um die Firewall für diese Schnittstelle zu öffnen. Siehe Abbildung 43.1, „DHCP-Server: Kartenauswahl“.

Abbildung 43.1. DHCP-Server: Kartenauswahl

DHCP-Server: Kartenauswahl
Globale Einstellungen

In den Eingabefeldern legen Sie die Netzwerkinformationen fest, die jeder von diesem DHCP-Server verwaltete Client erhalten soll. Diese sind: Domänenname, Adresse eines Zeitservers, Adressen der primären und sekundären Namenserver, Adressen eines Druck- und WINS-Servers (für gemischte Netzwerkumgebungen mit Windows- und Linux-Clients), Gateway-Adressen und Leasing-Zeit. Siehe Abbildung 43.2, „DHCP-Server: Globale Einstellungen“.

Abbildung 43.2. DHCP-Server: Globale Einstellungen

DHCP-Server: Globale Einstellungen
Dynamisches DHCP

In diesem Schritt konfigurieren Sie die Vergabe der dynamischen IP-Adressen an Clients. Hierzu legen Sie einen Bereich von IP-Adressen fest, innerhalb dessen die zu vergebenden Adressen der DHCP-Clients liegen dürfen. Alle zu vergebenden Adressen müssen unter eine gemeinsame Netzmaske fallen. Legen Sie abschließend die Leasing-Zeit fest, für die ein Client seine IP-Adresse behalten darf, ohne eine Verlängerung der Leasing-Zeit beantragen zu müssen. Legen Sie optional auch die maximale Leasing-Zeit fest, für die eine bestimmte IP-Adresse auf dem Server für einen bestimmten Client reserviert bleibt. Siehe Abbildung 43.3, „DHCP-Server: Dynamisches DHCP“.

Abbildung 43.3. DHCP-Server: Dynamisches DHCP

DHCP-Server: Dynamisches DHCP
Fertigstellen der Konfiguration und Auswahl des Startmodus

Nachdem Sie den dritten Teil des Konfigurationsassistenten abgeschlossen haben, gelangen Sie in ein letztes Dialogfeld, das sich mit den Startoptionen des DHCP-Servers befasst. Hier können Sie festgelegen, ob der DHCP-Server automatisch beim Booten des Systems oder bei Bedarf manuell (z. B. zu Testzwecken) gestartet werden soll. Klicken Sie auf Beenden, um die Konfiguration des Servers abzuschließen. Siehe Abbildung 43.4, „DHCP-Server: Start“.

Abbildung 43.4. DHCP-Server: Start

DHCP-Server: Start