Kapitel 21. Power-Management

Inhaltsverzeichnis

21.1. Energiesparfunktionen
21.2. APM
21.3. ACPI
21.4. Pause für die Festplatte
21.5. Das powersave-Paket
21.6. Das YaST Power-Managementmodul

Zusammenfassung

Power-Management ist insbesondere bei Notebook-Computern wichtig. Sein Einsatz macht jedoch auch für andere Systeme Sinn. Es gibt zwei Technologien: APM (Advanced Power Management) und ACPI (Advanced Configuration and Power Interface). Daneben ist es außerdem möglich, die CPU-Frequenzskalierung (CPU Frequency Scaling) zu kontrollieren, um Energie zu sparen oder den Geräuschpegel zu senken. Diese Optionen können manuell oder über ein spezielles YaST-Modul konfiguriert werden.

Anders als bei APM, das früher nur auf Notebooks zum Power-Management eingesetzt wurde, steht ACPI zu Hardwareinformations- und konfigurationszwecken auf allen modernem Computern (Notebooks, Desktops und Servern) zur Verfügung. Für alle Power-Managementtechnologien sind geeignete Hardware- und BIOS-Routinen erforderlich. Die meisten Notebooks und modernen Desktops und Server erfüllen diese Anforderungen.

APM wurde bei vielen älteren Computern verwendet. Da APM größtenteils aus einem Funktionsset besteht, das im BIOS integriert ist, kann der Grad der APM-Unterstützung je nach Hardware variieren. Dies gilt noch mehr für ACPI, einem noch komplexeren Werkzeug. Daher ist es praktisch unmöglich eines der beiden Tools dem anderen vorzuziehen. Testen Sie die verschiedenen Verfahren auf Ihrer Hardware und wählen Sie dann die Technologie, die von der Hardware am besten unterstützt wird.

[Important]Power-Management für AMD64-Prozessoren

AMD64-Prozessoren mit 64-Bit-Kernel unterstützten nur ACPI.

21.1. Energiesparfunktionen

Energiesparfunktionen sind nicht nur für den mobilen Einsatz auf Notebooks von Bedeutung, sondern auch für Desktopsysteme. Die Hauptfunktionen und ihre Verwendung bei den Power-Managementsystemen APM und ACPI sind folgende:

Standby

Bei diesem Betriebsmodus wird der Bildschirm ausgeschaltet. Bei einigen Computern wird die Prozessorleistung gedrosselt. Diese Funktion ist nicht bei allen APM-Implementierungen verfügbar. Diese Funktion entspricht dem ACPI-Zustand S1 bzw. S2.

Suspend to RAM

In diesem Modus wird der gesamte Systemstatus ins RAM geschrieben. Anschließend wird das gesamte System mit Ausnahme des RAMs in den Ruhezustand versetzt. In diesem Zustand verbraucht der Computer sehr wenig Energie. Der Vorteil dieses Zustands besteht darin, dass innerhalb weniger Sekunden die Arbeit nahtlos wieder aufgenommen werden kann, ohne dass ein Booten des Systems oder ein Neustart der Anwendungen erforderlich wäre. Geräte, die APM verwenden, können normalerweise durch Schließen des Deckels in den Suspend-Modus versetzt und durch Öffnen des Deckels wieder aktiviert werden. Diese Funktion entspricht dem ACPI-Zustand S3. Die Unterstützung für diesen Zustand befindet sich noch in der Entwicklungsphase und hängt daher weitgehend von der Hardware ab.

Suspend to Disk

In diesem Betriebsmodus wird der gesamte Systemstatus auf die Festplatte geschrieben und das System wird von der Energieversorgung getrennt. Die Reaktivierung von diesem Zustand dauert ungefähr 30 bis 90 Sekunden. Der Zustand vor dem Suspend-Vorgang wird wiederhergestellt. Einige Hersteller bieten Hybridvarianten dieses Modus an, beispielsweise RediSafe bei IBM Thinkpads. Der entsprechende ACPI-Zustand ist S4. Unter Linux wird Suspend to Disk über Kernel-Routinen durchgeführt, die von APM und ACPI unabhängig sind.

Akkuüberwachung

ACPI und APM überprüfen den Ladezustand des Akkus und geben die entsprechenden Informationen an. Außerdem koordinieren beide Systeme die bei Erreichen eines kritischen Ladezustands durchzuführenden Aktionen.

Automatisches Ausschalten

Nach dem Herunterfahren wird der Computer ausgeschaltet. Dies ist besonders wichtig, wenn der Computer automatisch heruntergefahren wird, kurz bevor der Akku leer ist.

Herunterfahren von Systemkomponenten

Das Ausschalten der Festplatte ist der wichtigste Einzelaspekt des Energiesparpotentials des gesamten Systems. Je nach der Zuverlässigkeit des Gesamtsystems kann die Festplatte für einige Zeit in den Ruhezustand versetzt werden. Das Risiko eines Datenverlusts steigt jedoch mit der Dauer der Ruhephase. Andere Komponenten können (zumindest theoretisch über ACPI) oder dauerhaft im BIOS-Setup deaktiviert werden.

Steuerung der Prozessorgeschwindigkeit

In Zusammenhang mit der CPU sind drei verschiedene Arten der Energieeinsparung möglich: Frequenz- und Spannungsskalierung (auch als PowerNow! oder Speedstep bekannt), Drosselung (Throttling) und Versetzen des Prozessors in den Ruhezustand (C-Zustände). Je nach Betriebsmodus des Computers können diese Methoden auch kombiniert werden.