Kapitel 39. SLP-Dienste im Netzwerk

Inhaltsverzeichnis

39.1. Registrieren eigener Dienste
39.2. SLP-Frontends in SUSE Linux
39.3. SLP aktivieren
39.4. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Das Service Location Protocol (SLP) wurde entwickelt, um die Konfiguration vernetzter Clients innerhalb eines lokalen Netzwerks zu vereinfachen. Zur Konfiguration eines Netzwerkclients inklusive aller erforderlichen Dienste benötigt der Administrator traditionell detailliertes Wissen über die im Netzwerk verfügbaren Server. SLP teilt allen Clients im lokalen Netzwerk die Verfügbarkeit eines bestimmten Dienstes mit. Anwendungen mit SLP-Unterstützung können diese Informationen verarbeiten und automatisch konfiguriert werden.

SUSE Linux unterstützt die Installation von per SLP bekannt gegebenen Installationsquellen und beinhaltet viele Systemdienste mit integrierter Unterstützung für SLP. YaST und Konqueror verfügen beide über SLP-fähige Frontends. Nutzen Sie SLP, um vernetzten Clients zentrale Funktionen wie Installationsserver, YOU-Server, Dateiserver oder Druckserver auf Ihrem SUSE Linux-System zur Verfügung zu stellen.

39.1. Registrieren eigener Dienste

Viele Anwendungen unter SUSE Linux verfügen durch die libslp-Bibliothek bereits über eine integrierte SLP-Unterstützung. Falls ein Dienst ohne SLP-Unterstützung kompiliert wurde, können Sie ihn mit einer der folgenden Methoden per SLP verfügbar machen:

Statische Registrierung über /etc/slp.reg.d

Legen Sie für jeden neuen Dienst eine separate Registrierungsdatei an. Dies ist ein Beispiel einer solchen Datei für die Registrierung eines Scannerdienstes:

 
## Register a saned service on this system
## en means english language
## 65535 disables the timeout, so the service registration does
## not need refreshes
service:scanner.sane://$HOSTNAME:6566,en,65535
watch-port-tcp=6566
description=SANE scanner daemon

Die wichtigste Zeile dieser Datei ist die Dienst-URL, die mit service: beginnt. Sie enthält den Diensttyp (scanner.sane) und die Adresse, unter der der Dienst auf dem Server verfügbar ist. $HOSTNAME wird automatisch durch den vollständigen Hostnamen ersetzt. Abgetrennt durch einen Doppelpunkt folgt nun der Name des TCP-Ports, auf dem der entsprechende Dienst gefunden werden kann. Geben Sie nun die Sprache an, in der der Dienst angekündigt werden soll, und die Gültigkeitsdauer der Registrierung in Sekunden. Diese Angaben müssen durch Kommas von der Dienst-URL abgetrennt werden. Wählen Sie für die Registrierungsdauer einen Wert zwischen 0 und 65535. 0 verhindert die Registrierung. Mit 65535 werden alle Einschränkungen aufgehoben.

Die Registrierungsdatei enthält außerdem die beiden Variablen watch-tcp-port und description. Erstere koppelt die SLP-Dienstankündigung daran, ob der entsprechende Dienst aktiv ist, indem slpd den Status des Dienstes überprüft. Die zweite Variable enthält eine genauere Beschreibung des Dienstes, die in den entsprechenden Browsern angezeigt wird.

Statische Registrierung über /etc/slp.reg

Der einzige Unterschied zum oben beschriebenen Verfahren ist die Gruppierung aller Dienste innerhalb einer zentralen Datei.

Dynamische Registrierung über slptool

Verwenden Sie zur SLP-Registrierung eines Dienstes aus proprietären Skripten das Befehlszeilen-Frontend slptool.