20.3. Konfiguration von SCPM über die Kommandozeile

In diesem Abschnitt wird die Befehlszeilenkonfiguration von SCPM eingeführt. Sie erfahren, wie sie gestartet, konfiguriert und bei der Arbeit mit Profilen verwendet werden kann.

20.3.1. Starten von SCPM und Festlegung von Ressourcengruppen

SCPM muss vor der Verwendung aktiviert werden. Aktivieren Sie SCPM mit scpm enable. Bei der ersten Ausführung wird SCPM initialisiert, was einige Sekunden dauert. Sie können SCPM jederzeit mit scpm disable deaktivieren, um einen unbeabsichtigten Profilwechsel zu vermeiden. Bei einer anschließenden Reaktivierung wird die Initialisierung einfach wieder aufgenommen.

Standardmäßig verwaltet SCPM Netzwerk- und Druckereinstellungen sowie die Konfiguration von X.Org. Zur Verwaltung spezieller Dienste oder Konfigurationsdateien, müssen Sie die entsprechenden Ressourcengruppen aktivieren. Eine Liste der vordefinierten Ressourcengruppen erhalten Sie mit scpm list_groups. Um nur die bereits aktivierten Gruppen anzuzeigen, verwenden Sie scpm list_groups -a. Geben Sie diese Befehle als root an der Befehlszeile aus.

scpm list_groups -a 
nis                 Network Information Service client
mail                Mail subsystem 
ntpd                Network Time Protocol daemon 
xf86                X Server settings 
autofs              Automounter service 
network             Basic network settings 
printer             Printer settings

Mit scpm activate_group NAME bzw. scpm deactivate_group NAME können Sie eine Gruppe aktivieren bzw. deaktivieren. Ersetzen Sie NAME durch den entsprechenden Gruppennamen.

20.3.2. Erstellen und Verwalten von Profilen

Ein Profil mit dem Namen default besteht bereits nach der Aktivierung von SCPM. Eine Liste aller verfügbaren Profile kann mit scpm list abgerufen werden. Dieses eine bestehende Profil ist gleichzeitig das aktive Profil, was mit scpm active überprüft werden kann. Das Profil default ist eine Grundkonfiguration, aus der die anderen Profile abgeleitet werden. Aus diesem Grund sollten zunächst alle Einstellungen vorgenommen werden, die in allen Profilen identisch sind. Speichern Sie anschließend diese Änderungen mit scpm reload im aktiven Profil. Das Profil default kann kopiert und als Grundlage für neue Profile umbenannt werden.

Neue Profile können auf zwei verschiedene Weisen hinzugefügt werden. Wenn das neue Profil (hier work genannt) auf dem Profil default beruhen soll, erstellen Sie es mit dem Befehl scpm copy default work. Der Befehl scpm switch work führt einen Wechsel zum neuen Profil durch, das anschließend bearbeitet werden kann. Sie können die Systemkonfiguration für besondere Zwecke bearbeiten und die Änderungen in einem neuen Profil speichern. Mit dem Befehl scpm add work wird ein neues Profil erstellt, indem die aktuelle Systemkonfiguration im Profil work gespeichert und als aktiv markiert wird. Durch Ausführung von scpm reload werden die Änderungen dann im Profil work gespeichert.

Profile können mit den Befehlen scpm rename x y und scpm delete z umbenannt bzw. gelöscht werden. Um beispielsweise work in project umzubenennen, geben Sie den Befehl scpm rename work project ein. Zum Löschen von project geben Sie scpm delete project ein. Das aktive Profil kann nicht gelöscht werden.

20.3.3. Profilwechsel

Der Befehl scpm switch work führt einen Wechsel zu einem anderen Profil (in diesem Fall das Profil work) durch. Wechseln Sie zum aktiven Profil, um geänderte Einstellungen der Systemkonfiguration in das Profil aufzunehmen. Dies entspricht dem Befehl scpm reload.

Beim Wechseln von Profilen überprüft SCPM zuerst, welche Ressourcen des aktiven Profils geändert wurden. Anschließend wird abgefragt, ob die Änderungen an den einzelnen Ressourcen zum aktiven Profil hinzugefügt oder verworfen werden sollen. Wenn Sie eine separate Auflistung der Ressourcen bevorzugen (wie in früheren Versionen von SCPM), verwenden Sie den Befehl switch mit dem Parameter -r: scpm switch -r work.

scpm switch -r work 

Checking for modified resources 
Checking for Resources to be started/shut down 
Checking for dependencies 
Restoring profile default

SCPM vergleicht anschließend die aktuelle Systemkonfiguration mit dem Profil, zu dem gewechselt werden soll. In dieser Phase wertet SCPM aus, welche Systemdienste aufgrund gegenseitiger Abhängigkeiten oder aufgrund von Änderungen in der Konfiguration angehalten oder neu gestartet werden müssen. Dies kommt einem teilweisen Reboot gleich, der nur einen kleinen Teil des Systems betrifft, während der Rest den Betrieb ohne Änderung fortsetzt. Nur an dieser Stelle werden die Systemdienste gestoppt. Alle bearbeiteten Ressourcen, wie beispielsweise die Konfigurationsdateien, werden geschrieben und die Systemdienste neu gestartet.

20.3.4. Erweiterte Profileinstellungen

Sie können nun eine Beschreibung für jedes Profil eingeben, das mit scpm list angezeigt wird. Beim aktiven Profil legen Sie sie mit scpm set description "text" fest. Bei inaktiven Profilen müssen Sie den Namen des Profils angeben, beispielsweise scpm set description "text" work. Manchmal kann es sinnvoll sein, weitere Aktionen durchzuführen, die nicht beim Profilwechsel von SCPM durchgeführt werden. Jedem Profil können bis zu vier ausführbare Dateien beigefügt werden. Sie werden in verschiedenen Stadien des Umschaltvorgangs aufgerufen. Bei diesen Stadien handelt es sich um folgende:

prestop

vor dem Stoppen der Dienste beim Verlassen des Profils

poststop

nach dem Stoppen der Dienste beim Verlassen des Profils

prestart

vor dem Starten der Dienste beim Aktivieren des Profils

poststart

Nach dem Starten der Dienste beim Aktivieren des Profils

Fügen Sie diese Aktionen mit dem Befehl set by entering scpm set prestop filename, scpm set poststop filename, scpm set prestart filename bzw. scpm set poststart filename ein. Die Skripte müssen ausführbar sein und sich auf den richtigen Interpreter beziehen.

[Warning]Ein benutzerdefiniertes Skript integrieren

Weitere von SCPM auszuführende Skripte müssen für den Superuser (root) lesbar und ausführbar gemacht werden. Der Zugriff auf diese Dateien muss für alle anderen Benutzer blockiert werden. Geben Sie die Befehle chmod 700 filename und chown root:root filename ein, um root exklusive Berechtigungen für die Dateien zu erteilen.

Alle weiteren mit set eingegebenen Einstellungen können Sie mit get abfragen. Der Befehl scpm get poststart beispielsweise gibt den Namen des postart-Aufrufs zurück. Wenn nichts beigefügt wurde, wird auch kein Element zurückgegeben. Sie können diese Einstellungen durch Überschreiben mit "" zurücksetzen. Der Befehl scpm set prestop "" entfernt das beigefügte Prästop-Programm.

Alle set- und get-Befehle können auf ein beliebiges Profil angewendet werden. Dies erfolgt auf die gleiche Weise wie das Hinzufügen von Kommentaren. Beispiele: scpm get prestop filename work oder scpm get prestop work.