3.11. SaX2

Mit dem YaST-Kontrollzentrum können Sie die grafische Umgebung Ihres Systems konfigurieren. Wählen Sie dazu zuerst die Modulgruppe Hardware und dann Grafikkarte und Monitor aus. Sie werden zur Konfigurationsschnittstelle SUSE Advanced X11 (SaX2) weitergeleitet, wo Sie Geräte wie Maus, Tastatur oder Anzeigegeräte konfigurieren können. Die Schnittstelle kann auch über das Hauptmenü aufgerufen werden. Klicken Sie dazu auf System+Konfiguration+SaX2.

3.11.1. Karten- und Monitoreigenschaften

Mithilfe dieses Dialogfelds können Sie die Einstellungen für Ihre Grafikkarte und Ihr Anzeigegerät anpassen. Wenn mehrere Grafikkarten installiert sind, werden die einzelnen Geräte in separaten Dialogfeldern angezeigt, die über einen Dateireiter aufgerufen werden können. Oben im Dialogfeld werden die aktuellen Einstellungen für die ausgewählte Grafikkarte und den Monitor angezeigt, der daran angeschlossen ist. Falls mehrere Bildschirme an die Karte angeschlossen werden können (Dualhead), wird der Monitor an der primären Ausgabe angezeigt. Normalerweise werden Karte und Anzeigegerät automatisch vom System erkannt. Sie können jedoch viele Parameter manuell abstimmen oder das Anzeigegerät sogar vollständig ändern.

Abbildung 3.12. Karten- und Monitoreigenschaften

Karten- und Monitoreigenschaften

3.11.1.1. Grafikkarte

Es ist nicht möglich, die Grafikkarte zu ändern, da nur bekannte Modelle unterstützt werden und diese automatisch erkannt werden. Sie können jedoch viele Optionen ändern, die sich auf das Verhalten der Karte auswirken. Normalerweise sollte dies nicht erforderlich sein, da das System sie bereits bei der Installation in geeigneter Weise eingerichtet hat. Wenn Sie ein Experte sind und einige der Optionen optimieren möchten, klicken Sie auf Optionen neben der Grafikkarte und wählen Sie die zu ändernde Option aus. Oft muss einer bestimmten Option ein Wert zugewiesen werden. Geben Sie diesen Wert in das Dialogfeld ein, das nach dem Auswählen der entsprechenden Option angezeigt wird. Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld mit den Optionen zu schließen.

3.11.1.2. Monitor

Falls Sie die aktuellen Einstellungen für den Monitor ändern möchten, klicken Sie neben dem Monitor auf Ändern. Ein neues Dialogfeld, in dem Sie verschiedene monitorspezifische Einstellungen anpassen können, wird angezeigt. Dieses Dialogfeld verfügt über verschiedene Dateireiter für die verschiedenen Aspekte des Monitorbetriebs. Wählen Sie den ersten Dateireiter, um den Hersteller und das Modell des Anzeigergeräts in zwei Listen auszuwählen. Falls Ihr Monitor nicht aufgeführt ist, können Sie nach Bedarf einen der VESA- oder LCD-Modi wählen oder klicken Sie, sofern Sie eine Treiberdiskette oder -CD des Herstellers haben, auf Utility Disk (Diskette) und befolgen Sie die Anweisungen am Bildschirm, um diese zu verwenden. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen DPMS aktivieren, um "Display Power Management Signaling" zu verwenden. Der Dateireiter Anzeigegröße ermöglicht die Einstellung der geometrischen Eigenschaften des Monitors und unter Synchronisationsfrequenzen können Sie die Bereiche für die horizontalen und vertikalen Synchronisationsfrequenzen Ihres Monitors eingeben. Auch diese Werte werden normalerweise ordnungsgemäß vom System festgelegt. Sie können jedoch manuell Abweichungen von diesen Werten festlegen. Klicken Sie nach den Anpassungen auf OK, um dieses Dialogfeld zu schließen.

[Warning]Ändern der Monitorfrequenzen

Obwohl es Sicherheitsmechanismen gibt, sollten Sie nach wie vor mit Bedacht vorgehen, wenn Sie die zulässigen Monitorfrequenzen manuell ändern. Falsche Werte können zur Zerstörung Ihres Monitors führen. Sie sollten grundsätzlich das Handbuch des Monitors zurate ziehen, bevor Sie die Frequenzen ändern.

3.11.1.3. Auflösung und Farbtiefe

Die Auflösung und Farbtiefe können direkt über die Dropdown-Listen in der Mitte des Dialogfelds ausgewählt werden. Die Auflösung, die Sie hier auswählen, ist die höchste zu verwendende Auflösung. Alle gängigen Auflösungen bis hin zu 640x480 werden auch automatisch zur Konfiguration hinzugefügt. Je nach dem verwendeten grafischen Desktop können Sie später in diese Auflösungen wechseln, ohne neu konfigurieren zu müssen.

3.11.1.4. Dual Head

Wenn in Ihrem Computer eine Grafikkarte mit zwei Ausgaben installiert ist, können Sie zwei Bildschirme am System anschließen. Zwei Bildschirme, die an dieselbe Grafikkarte angeschlossen sind, werden als Dual Head bezeichnet. SaX2 erkennt automatisch mehrere Anzeigegeräte an dem System und bereitet die Konfiguration entsprechend vor. Um den Dual Head-Modus einer Grafikkarte zu verwenden, aktivieren Sie die Option Dual Head-Modus aktivieren unten im Dialogfeld und klicken Sie auf Konfigurieren, um die Dual Head-Optionen festzulegen und die Anordnung der Bildschirme im Dual Head-Dialogfeld festzulegen.

Oben in diesem Dialogfeld befindet sich eine Reihe von Dateireitern, die jeweils mit einer Grafikkarte in Ihrem System übereinstimmen. Wählen Sie die zu konfigurierende Karte aus und legen Sie ihre Multihead-Optionen im Dialogfeld fest. Klicken Sie oben im Multihead-Dialogfeld auf Ändern, um den zusätzlichen Bildschirm zu konfigurieren. Die möglichen Optionen entsprechen denen für den ersten Bildschirm. Wählen Sie die für diesen Bildschirm zu verwendende Auflösung aus der Dropdown-Liste aus. Wählen Sie eine der drei möglichen Multihead-Modi.

Traditionelles Multihead

Jeder Monitor stellt eine individuelle Einheit dar. Der Mauszeiger kann zwischen den Bildschirmen wechseln.

Cloned Multihead

In diesem Modus zeigen alle Monitore dieselben Inhalte an. Die Maus ist nur auf dem Hauptbildschirm sichtbar.

Xinerama Multihead

Alle Bildschirme werden zu einem einzigen großen Bildschirm zusammengefasst. Programmfenster können frei auf allen Bildschirmen positioniert oder auf eine Größe skaliert werden, die mehrere Monitore ausfüllt.

[Note]Anmerkung

Linux bietet zurzeit keine 3D-Unterstützung für Xinerama Multihead-Umgebungen an. In diesem Fall deaktiviert SaX2 die 3D-Unterstützung.

Die Anordnung der Dual Head-Umgebung beschreibt die Abfolge der einzelnen Bildschirme. Standardmäßig konfiguriert SaX2 ein Standardlayout, das die Abfolge der erkannten Bildschirme befolgt und alle Bildschirme in einer Reihe von links nach rechts anordnet. Bestimmen Sie im Teil Anordnung des Dual Head-Dialogfelds die Art, in der die Monitore angeordnet werden, indem Sie eine der Abfolgeschaltflächen wählen. Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen.

3.11.1.5. Multihead

Falls in Ihrem Computer mehrere Grafikkarten installiert sind, können Sie mehrere Bildschirme an Ihr System anschließen. Zwei oder mehr Bildschirme, die an verschiedene Grafikkarten angeschlossen sind, werden als Multihead bezeichnet. SaX2 erkennt automatisch mehrere Grafikkarten in dem System und bereitet die Konfiguration entsprechend vor. Standardmäßig konfiguriert SaX2 ein Standardlayout, das die Abfolge der erkannten Grafikkarten befolgt und alle Bildschirme in einer Reihe von links nach rechts anordnet. Der zusätzliche Dateireiter Anordnung ermöglicht das manuelle Ändern dieses Layouts. Ziehen Sie die Symbole, die für die einzelnen Bildschirme stehen, auf das Raster und klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen.

3.11.1.6. 3D-Beschleunigung

Wenn Ihre Grafikkarte die 3D-Beschleunigung unterstützt, können Sie diese durch Klicken auf das Kontrollkästchen 3D-Beschleunigung aktivieren unten im Dialogfeld ein- oder ausschalten.

3.11.1.7. Testen der Konfiguration

Klicken Sie im Hauptfenster auf OK, nachdem Sie die Einstellungen für den Monitor und die Grafikkarten vorgenommen haben, und testen Sie anschließend die Einstellungen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die vorliegende Konfiguration sich für Ihre Geräte eignet. Falls Sie kein stabiles Bild erhalten, brechen Sie den Test sofort ab, indem Sie Strg+Alt+Leertaste drücken und reduzieren Sie die Aktualisierungsrate oder die Auflösung und die Farbtiefe.

[Note]Anmerkung

Unabhängig davon, ob Sie einen Test durchführen, werden sämtliche Änderungen nur aktiviert, wenn Sie den X-Server neu starten.

3.11.2. Mauseigenschaften

Mithilfe dieses Dialogfelds passen Sie die Einstellungen für Ihre Maus an. Wenn Mäuse mit verschiedenen Treibern installiert sind, werden die einzelnen Treiber in separaten Dialogfeldern angezeigt, die über einen Dateireiter aufgerufen werden können. Mäuse, die von demselben Treiber betrieben werden, werden als eine einzige Maus angezeigt. Oben im Dialogfeld befindet sich ein Kontrollkästchen, mit dessen Hilfe Sie die aktuell ausgewählte Maus aktivieren oder deaktivieren können. Unter dem Kontrollkästchen werden die aktuellen Einstellungen für die entsprechende Maus angezeigt. Normalerweise wird die Maus automatisch erkannt, Sie können sie jedoch automatisch ändern, falls ein Fehler mit der automatischen Erkennung auftritt. Ziehen Sie die Dokumentation für Ihre Maus zurate, um eine Beschreibung des Modells zu erhalten. Klicken Sie auf Ändern, um den Hersteller und das Modell aus zwei Listen auszuwählen, und klicken Sie auf OK, um Ihre Auswahl zu bestätigen. Legen Sie im Optionsbereich des Dialogfelds verschiedene Optionen für den Betrieb Ihrer Maus fest.

3-Tasten-Emulation aktivieren

Falls Ihre Maus nur zwei Tasten hat, wird eine dritte Taste emuliert, wenn Sie gleichzeitig beide Tasten drücken.

Mausrad aktivieren

Aktivieren Sie dieses Kontrollkästchen, um das Mausrad zu verwenden.

Rad mit Maustaste emulieren

Falls Ihre Maus kein Mausrad hat, sie aber eine ähnliche Funktion verwenden möchten, können Sie hierfür eine zusätzliche Taste zuweisen. Wählen Sie die zu verwendende Taste im Drehfeld aus. Nachdem Sie diese Taste gedrückt haben, werden alle Bewegungen der Maus in Mausradbefehle übertragen. Diese Funktion eignet sich besonders für Trackballs.

Wenn Sie mit Ihren Einstellungen zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu bestätigen.

[Note]Anmerkung

Sämtliche Änderungen, die Sie vornehmen, werden erst wirksam, nachdem Sie den X-Server neu gestartet haben.

3.11.3. Tastatureigenschaften

Mithilfe dieses Dialogfelds können Sie die Einstellungen für den Betrieb Ihrer Tastatur in der grafischen Umgebung anpassen. Wählen Sie oben im Dialogfeld Typ, Sprache und Variante in den Dropdown-Listen aus. Verwenden Sie das Testfeld unten im Dialogfeld, um zu überprüfen, ob Sonderzeichen richtig angezeigt werden. Wählen Sie zusätzliche Layouts und Varianten, die Sie verwenden möchten, in der mittleren Liste aus. Je nach dem Typ Ihres Desktops können diese im ausgeführten System gewechselt werden, ohne dass eine erneute Konfiguration erfolgen muss. Wenn Sie auf OK klicken, werden die Änderungen sofort übernommen.

3.11.4. Tabletteigenschaften

In diesem Dialogfeld können Sie ein an Ihr System angeschlossenes Grafik-Tablett konfigurieren. Klicken Sie auf den Karteireiter Grafik-Tablett, um Hersteller und Modell aus den Listen auszuwählen. Derzeit unterstützt SUSE Linux nur eine begrenzte Anzahl von Grafik-Tabletts. Um das Tablett zu aktivieren, markieren Sie oben im Dialogfeld die Option Dieses Tablett aktivieren.

Im Dialogfeld Port und Modus konfigurieren Sie die Verbindung zum Tablett. Mit SaX2 können Sie Grafik-Tabletts konfigurieren, die mit dem USB-Anschluss oder dem seriellen Anschluss verbunden sind. Wenn Ihr Tablett mit dem seriellen Anschluss verbunden ist, müssen Sie den Anschluss überprüfen. /dev/ttyS0 bezieht sich auf den ersten seriellen Anschluss, /dev/ttyS1 auf den zweiten. Für weitere Anschlüsse wird eine ähnliche Notation verwendet. Wählen Sie geeignete Optionen in der Liste aus und wählen Sie unter Primärer Tablett-Modus den für Ihre Bedürfnisse geeigneten Modus aus.

Wenn Ihr Grafik-Tablett elektronische Stifte unterstützt, können Sie diese im Dialogfeld Elektronische Stifte konfigurieren. Fügen Sie einen Radiergummi und einen Stift hinzu und legen Sie deren Eigenschaften fest, nachdem Sie auf Eigenschaften geklickt haben.

Wenn Sie mit den Einstellungen zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu bestätigen.

3.11.5. Touchscreen-Eigenschaften

In diesem Dialogfeld können Sie einen an Ihr System angeschlossenen Touchscreen konfigurieren. Wenn mehrere Touchscreens installiert sind, werden die einzelnen Geräte in separaten Dialogfeldern angezeigt, die über einen Dateireiter aufgerufen werden können. Um den aktuell ausgewählten Touchscreen zu aktivieren, wählen Sie oben im Dialogfeld Touchscreen für Anzeige zuweisen aus. Wählen Sie Hersteller und Modell in den Listen unten aus, und legen Sie in der Dropdown-Liste am unteren Bildschirmrand einen geeigneten Anschlussport fest. Mit SaX2 können Sie Touchscreens konfigurieren, die mit dem USB-Anschluss oder dem seriellen Anschluss verbunden sind. Wenn Ihr Touchscreen mit dem seriellen Anschluss verbunden ist, müssen Sie den Anschluss überprüfen. /dev/ttyS0 bezieht sich auf den ersten seriellen Anschluss, /dev/ttyS1 auf den zweiten. Für weitere Anschlüsse wird eine ähnliche Notation verwendet. Wenn Sie mit Ihren Einstellungen zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu bestätigen.

3.11.6. Eigenschaften für den entfernten Zugriff

VNC (Virtual Network Computing) ist eine Client-Server-Lösung, mit der der Zugriff auf einen entfernten X-Server über einen schlanken, leicht zu bedienenden Client möglich ist. Dieser Client ist für eine Vielzahl von Betriebssystemen verfügbar, darunter Microsoft Windows, MacOS von Apple und Linux. Weitere Informationen zu VNC finden Sie unter http://www.realvnc.com/.

Mit diesem Dialogfeld können Sie den X-Server als Host für VNC-Sitzungen konfigurieren. Wenn VNC-Clients eine Verbindung mit Ihrem X-Server herstellen sollen, müssen Sie oben im Dialogfenster Zugriff auf die Anzeige über das VNC-Protokoll zulassen aktivieren. Legen Sie ein Passwort fest, um den Zugriff auf den VNC-aktivierten X-Server zu beschränken. Aktivieren Sie Mehrere VNC-Verbindungen zulassen, wenn mehrere VNC-Clients gleichzeitig eine Verbindung zum X-Server herstellen sollen. HTTP-Zugriff ist möglich nach Auswahl von HTTP-Zugriff aktivieren und Festlegen des zu verwendenden Ports im Drehregler HTTP-Port.

Wenn Sie mit Ihren Einstellungen zufrieden sind, klicken Sie auf OK, um die Änderungen zu bestätigen.