3.7. System

Diese Gruppe von Modulen soll Sie bei der Verwaltung Ihres Systems unterstützen. Alle Module in dieser Gruppe sind systembezogen und tragen als wertvolle Werkzeuge dazu bei, dass das System ordnungsgemäß ausgeführt und die Daten effizient verwaltet werden. Das YaST-Kontrollzentrum bietet Ihnen vollständige Kontrolle über Ihr System und ermöglicht Änderungen an den notwendigen Stellen.

3.7.1. Sicherungskopei der Systembereiche

Mit dem YaST-Sicherungsmodul können Sie eine Sicherung von System und Daten erstellen. Die vom Modul erstellte Sicherung schließt jedoch nicht das gesamte System ein. Das System wird durch Speichern wichtiger Speicherbereiche auf der Festplatte gesichert, denen bei der Wiederherstellung eine entscheidende Bedeutung zukommt, beispielsweise Partitionstabelle oder MBR (Master Boot Record). Außerdem kann es die XML-Konfiguration beinhalten, die aus der Installation des für AutoYaST verwendeten Systems gewonnen wird. Die Sicherung der Daten erfolgt durch Speichern geänderter Dateien von Paketen, die auf Installationsmedien zugänglich sind, von ganzen Paketen, auf die kein Zugriff möglich ist (z. B. Online-Updates) und von Dateien, die nicht zu Paketen gehören, wie viele der Konfigurationsdateien in /etc oder die Verzeichnisse unter /home.

3.7.2. Wiederherstellen des Systems

Das Wiederherstellungsmodul (siehe Abbildung 3.7, „Startfenster des Wiederherstellungsmoduls“) ermöglicht die Wiederherstellung Ihres Systems über ein Sicherungsarchiv. Befolgen Sie die Anweisungen in YaST. Mit Weiter wechseln Sie zum Wiederherstellungsdialogfeld. Geben Sie zunächst an, wo sich die Archive befinden (Wechselmedien, lokale Festplatten oder Netzwerkdateisysteme). Eine Beschreibung und die Inhalte der einzelnen Archive werden angezeigt, wodurch Sie entscheiden können, welche Elemente aus den Archiven wiederhergestellt werden sollen.

Außerdem gibt es ein Dialogfeld für die Deinstallation von Paketen, die seit der letzten Sicherung hinzugefügt wurden, und eines für die erneute Installation von Paketen, die seit der letzten Sicherung gelöscht wurden. Mit diesen beiden Schritten können Sie genau den Zustand zum Zeitpunkt der letzten Sicherung wiederherstellen.

[Warning]Systemwiederherstellung

Da mit diesem Modul in der Regel viele Pakete und Dateien installiert, ersetzt oder deinstalliert werden, sollten Sie es nur verwenden, wenn Sie Erfahrungen mit Sicherungen haben. Anderenfalls kann Datenverlust auftreten.

Abbildung 3.7. Startfenster des Wiederherstellungsmoduls

Startfenster des Wiederherstellungsmoduls

3.7.3. Erstellen von Boot- und Rettungsdisketten

Mit diesem YaST-Modul können Sie Boot- und Rettungsdisketten erstellen. Diese Disketten leisten gute Dienste, wenn die Bootkonfiguration Ihres Systems beschädigt ist. Die Rettungsdiskette ist besonders dann wichtig, wenn das Dateisystem der Rootpartition beschädigt ist.

Die folgenden Optionen stehen zur Verfügung:

Standard-Bootdiskette

Mit dieser Option können Sie die Standardbootdisketten erstellen, mit denen ein installiertes System gebootet wird. Je nach Architektur kann die tatsächliche Anzahl der Bootdisketten variieren, Sie sollten jedoch alle Bootdisketten erstellen, die im Dialogfeld angegeben werden, da alle diese Disketten für den Bootvorgang erforderlich sind. Außerdem werden sie zum Starten des Rettungssystems benötigt.

Rettungsdiskette

Diese Diskette enthält eine besondere Umgebung, mit der Sie Wartungsaufgaben im installierten System durchführen können, beispielsweise Überprüfen und Reparieren des Dateisystems und Aktualisieren des Bootloaders. Zum Starten des Rettungssystems booten Sie mit den Standard-Bootdisketten und wählen Sie dann Manuelle Installation+Installation / System starten+Rettungssystem. Anschließend werden Sie aufgefordert, die Rettungsdiskette einzulegen.

Benutzerdefinierte Diskette

Verwenden Sie diese Option, um ein beliebiges Disketten-Image von der Festplatte auf Diskette zu schreiben.

Disketten-Image herunterladen

Mit dieser Option können Sie eine URL sowie Authentifizierungsdaten zum Herunterladen eines Disketten-Image aus dem Internet eingeben.

Um eine dieser Disketten zu erstellen, wählen Sie die entsprechende Option aus und klicken Sie auf Weiter. Legen Sie auf Aufforderung eine Diskette ein. Webb Sie erneut auf Weiter klicken, wird die Diskette erstellt.

3.7.4. LVM

LVM (Logical Volume Manager) ist ein Werkzeug zur benutzerdefinierten Partitionierung von Festplatten mit logischen Laufwerken. Weitere Informationen zu LVM finden Sie in Abschnitt 2.2, „LVM-Konfiguration“ (↑Referenz).

3.7.5. Partitionierung

Das Abbildung 3.8, „Das YaST-Partitionierungsprogramm“ gezeigte Experten-Dialogfeld ermöglicht die manuelle Änderung der Partitionierung einer oder mehrerer Festplatten. Partitionen können hinzugefügt, gelöscht, in ihrer Größe geändert und bearbeitet werden. Außerdem können Sie über dieses YaST-Modul auf die Soft RAID- und LVM-Konfiguration zugreifen.

[Warning]Warnung

Eine Änderung der Partitionen im installierten System ist zwar möglich, sollte jedoch nur von Experten vorgenommen werden. Anderenfalls ist das Risiko, einen Fehler zu machen, der zu Datenverlust führt, sehr hoch. Wenn Sie eine in Verwendung befindliche Festplatte neu partitionieren, müssen Sie das System unmittelbar danach neu booten. Es ist sicherer, das Rettungssystem zu verwenden als das System während der Ausführung neu zu partitionieren.

Abbildung 3.8. Das YaST-Partitionierungsprogramm

Das YaST-Partitionierungsprogramm

Alle bestehenden oder vorgeschlagenen Partitionen auf allen angeschlossenen Festplatten werden in der Liste im YaST-Dialogfeld "Festplatte vorbereiten: Expertenmodus" angezeigt. Ganze Festplatten werden als Geräte ohne Nummern aufgeführt, beispielsweise als /dev/hda oder /dev/sda. Partitionen werden als Teile dieser Geräte aufgelistet, beispielsweise /dev/hda1 oder /dev/sda1. Größe, Typ, Dateisystem und Mountpunkt der Festplatten und ihrer Partitionen werden ebenfalls angezeigt. Der Mountpunkt gibt an, wo im Linux-Dateisystembaum die Partition gemountet ist.

Wenn Sie das Experten-Dialogfeld während der Installation ausführen, wird auch sämtlicher freier Speicherplatz aufgeführt und automatisch ausgewählt. Um weiteren Speicherplatz für SUSE Linux zur Verfügung zu stellen, müssen Sie den benötigten Speicherplatz von unten nach oben in der Liste freigeben. (Sie beginnen also mit der letzten Partition der Festplatte und arbeiten sich bis zu ersten vor.) Wenn Sie beispielsweise über drei Partitionen verfügen, können Sie nicht die zweite ausschließlich für SUSE Linux und die dritte und erste für andere Betriebssysteme verwenden.

3.7.5.1. Erstellen von Partitionen

Wählen Sie Erstellen aus. Wenn mehrere Festplatten angeschlossen sind, wird ein Auswahldialogfeld angezeigt, in dem Sie eine Festplatte für die neue Partition auswählen können. Geben Sie anschließend den Partitionstyp (primär oder erweitert) an. Sie können bis zu vier primäre Partitionen oder bis zu drei primäre Partitionen und eine erweiterte Partition erstellen. Innerhalb der erweiterten Partition können Sie mehrere logische Partitionen erstellen (siehe Abschnitt 1.8.1.1, „Partitionstypen“).

Wählen Sie das zu verwendende Dateisystem und einen Moutnpunkt aus, falls erforderlich. YaST schlägt für jede erstellte Partition einen Mountpunkt vor. Details der Parameter finden Sie im nächsten Abschnitt. Mit OK können Sie Ihre Änderungen übernehmen. Anschließend wird die neue Partition in der Partitionstabelle aufgeführt. Beim Klicken auf Weiter werden die aktuellen Werte übernommen. Während der Installation wird der Vorschlag-Bildschirm erneut aufgerufen.

3.7.5.2. Partitionierungsparameter

Wenn Sie eine neue Partition erstellen oder eine bestehende Partition bearbeiten, können verschiedene Parameter festgelegt werden. Bei neuen Partitionen werden von YaST geeignete Parameter festgelegt, für die normalerweise keine Bearbeitung erforderlich ist. Manuelle Einstellungen können Sie folgendermaßen vornehmen:

  1. Wählen Sie die Partition aus.

  2. Klicken Sie auf Bearbeiten, um die Partition zu bearbeiten und die Parameter festzulegen:

    Dateisystem-ID

    Auch wenn Sie die Partition zu diesem Zeitpunkt nicht formatieren möchten, sollten Sie ihr eine Dateisystem-ID zuweisen, um sicherzustellen, dass sie richtig registriert wird. Mögliche Werte sind Linux, Linux Swap, Linux LVM und Linux RAID. Einzelheiten zu LVM und RAID finden Sie unter Abschnitt 2.2, „LVM-Konfiguration“ (↑Referenz) und Abschnitt 2.3, „Soft-RAID-Konfiguration“ (↑Referenz).

    Dateisystem

    Um die Partition sofort im Rahmen der Installation zu formatieren, müssen Sie eines der folgenden Dateisysteme für die Partition angeben: Swap, Ext2, Ext3, ReiserFS oder JFS. Einzelheiten zu den verschiedenen Dateisystemen finden Sie in Kapitel 34, Dateisysteme unter Linux (↑Referenz).

    Swap ist ein Sonderformat, das die Verwendung der Partition als virtueller Arbeitspeicher ermöglicht. ReiserFS ist das Standarddateisystem für die Linux-Partitionen. ReiserFS, JFS, and Ext3 sind Journaling-Dateisysteme. Mit diesen Dateisystemen kann das System nach einem Systemabsturz schnell wiederhergestellt werden, da die Schreibvorgänge während des Vorgangs protokolliert werden. Außerdem kann ReiserFS sehr schnell viele kleine Dateien verarbeiten. Ext2 ist kein Journaling-Dateisystem. Es ist jedoch extrem stabil und gut für kleinere Partitionen geeignet, da nicht viel Festplattenspeicher für die Verwaltung erforderlich ist.

    Optionen für das Dateisystem

    Hier können Sie verschiedene Parameter für das ausgewählte Dateisystem festlegen. Je nach dem verwendeten Dateisystem stehen verschiedene Optionen für Experten zur Verfügung.

    Dateisystem verschlüsseln

    Wenn Sie die Verschlüsselung aktivieren, werden alle Daten in verschlüsselter Form geschrieben. Dies erhöht die Sicherheit sensibler Daten, die Systemgeschwindigkeit wird jedoch leicht reduziert, da die Verschlüsselung einige Zeit erfordert. Weitere Informationen zur Verschlüsselung der Dateisystem finden Sie in Abschnitt 23.3, „Verschlüsseln von Partitionen und Dateien“ (↑Referenz).

    Fstab-Options

    Geben Sie hier verschiedene Parameter für die Verwaltungsdatei der Dateisysteme an (/etc/fstab).

    Mountpunkt

    Gibt das Verzeichnis an, in dem die Partition im Dateisystembaum gemountet werden soll. Treffen Sie eine Auswahl aus verschiedenen YaST-Vorschlägen oder geben Sie einen beliebigen anderen Namen an.

  3. Aktivieren Sie die Partition mit Weiter.

Bei einer manuellen Partitionierung müssen Sie eine Swap-Partition mit mindestens 256 MB erstellen. Die Swap-Partition dient dazu, um den Hauptspeicher von Daten freizugeben, die zurzeit nicht verwendet werden. Dadurch bleibt der Hauptspeicher frei für die am häufigsten verwendeten wichtigen Daten.

3.7.5.3. Optionen für Experten

Mit Experten wird ein Menü geöffnet, das folgende Befehle enthält:

Partitionstabelle neu einlesen

Liest die Partitionierung erneut von dem Datenträger ein. Dies ist beispielsweise nach der manuellen Partitionierung in der Textkonsole erforderlich.

Partitionstabelle und Festplattenkennung löschen

Mit dieser Option wird die alte Partitionstabelle vollständig überschrieben. Dies kann beispielsweise bei Problemen mit unkonventionellen Festplattenkennungen hilfreich sein. Bei dieser Methode gehen alle Daten auf der Festplatte verloren.

3.7.5.4. Weitere Partitionierungstipps

Wenn die Partitionierung von YaST durchgeführt wird und andere Partitionen im System erkannt werden, werden diese Partitionen ebenfalls in die Datei /etc/fstab eingegeben, um einen leichten Zugriff auf die Daten zu ermöglichen. Diese Datei enthält alle Partitionen im System sowie deren Eigenschaften, beispielsweise Dateisystem, Mountpunkt und Benutzerberechtigungen.

Beispiel 3.1. /etc/fstab: Partition Data

/dev/sda1    /data1    auto      noauto,user 0 0
/dev/sda5    /data2    auto      noauto,user 0 0
/dev/sda6    /data3    auto      noauto,user 0 0 

Unabhängig davon, ob es sich um Linux- oder FAT-Partitionen handelt, werden diese Partitionen mit den Optionen noauto und user angegeben. Dadurch kann jeder Benutzer diese Partitionen nach Bedarf mounten oder unmounten. Aus Sicherheitsgründen gibt YaST hier nicht automatisch die Option exec ein, die zur Ausführung von Programmen vom Speicherort aus erforderlich ist. Wenn Sie jedoch Programme von diesem Ort aus ausführen möchten, können Sie die Option manuell eingeben. Diese Maßnahme ist erforderlich, wenn Sie Systemmeldungen, wie beispielsweise Systemmeldungen über einen „schlechten“ Interpreter (bad interpreter) oder verweigerte Berechtigungen (Permission denied), erhalten.

3.7.5.5. Partitionierung und LVM

Von der Expertenpartitionierung aus können Sie mit LVM die LVM-Konfiguration aufrufen (siehe Abschnitt 2.2, „LVM-Konfiguration“ (↑Referenz)). Wenn jedoch bereits eine funktionierende LVM-Konfiguration auf Ihrem System vorhanden ist, wird diese automatisch aktiviert, sobald Sie die LVM-Konfiguration zum ersten Mal in einer Sitzung eingeben. In diesem Fall können alle Festplatten mit einer Partition, die zu einer aktivierten Volume-Gruppe gehören, nicht erneut partitioniert werden, da der Linux-Kernel die bearbeitete Partitionstabelle einer Festplatte nicht erneut lesen kann, wenn eine Partition auf diesem Datenträger verwendet wird. Wenn jedoch bereits eine funktionierende LVM-Konfiguration auf Ihrem System vorhanden ist, sollte eine physische Neupartitionierung nicht erforderlich sein. Ändern Sie stattdessen die Konfiguration des logischen Volumes.

Am Anfang der physischen Volumes (PVs) werden Informationen zum Volume auf die Partition geschrieben. Auf diese Weise "weiß" eine a PV, zu welcher Volume-Gruppe sie gehört. Um eine solche Partition für andere Zwecke, die nichts mit LVM zu tun haben, wiederzuverwenden, sollten Sie den Anfang dieses Volumes löschen. Bei der VG system und dem PV /dev/sda2 beispielsweise ist dies über den Befehl dd if=/dev/zero of=/dev/sda2 bs=512 count=1 möglich.

[Warning]Dateisystem zum Booten

Das zum Booten verwendete Dateisystem (das Root-Dateisystem oder /boot) darf nicht auf einem logischen LVM-Volume gespeichert werden. Speichern Sie es stattdessen auf einer normalen physischen Partition.

3.7.6. Konfiguration von Powertweak

Powertweak ist ein Dienstprogramm von SUSE Linux zur Systemoptimierung: Durch Feinabstimmung einiger Kernel- und Hardware-Konfigurationen soll größtmögliche Leistungsfähigkeit erzielt werden. Nach dem Start des Moduls ermittelt YaST die vorliegenden Systemeinstellungen und zeigt sie in Baumform im linken Rahmen des Moduls an. Wenn Sie die zu optimierende Option auswählen, wird diese zusammen mit ihrem Verzeichnis und ihren Einstellungen auf dem Bildschirm angezeigt. Es folgt eine Beschreibung und anschließend gibt YaST an, was geschieht, wenn die Einstellung gespeichert wird, und ob es ratsam ist, die betreffende Änderung vorzunehmen. Um die Einstellungen zu speichern, klicken Sie auf Beenden. Danach werden Sie aufgefordert, die Einstellung durch Klicken auf OK zu bestätigen. Außerdem können Sie über die Schaltfläche Suchen eine Konfigurationsvariable suchen. Das Dienstprogramm Powertweak sollte nur von erfahrenen Benutzern verwendet werden.

3.7.7. Profil-Manager (SCPM)

Mit dem SCPM-Modul (System Configuration Profile Management, Verwaltung der Systemkonfigurationsprofile) können Sie Systemkonfigurationen erstellen, verwalten und zwischen diesen Profilen wechseln. Dies ist besonders für mobile Computer nützlich, die an verschiedenen Standorten (in verschiedenen Netzwerken) und von verschiedenen Benutzern verwendet werden. Dennoch ist diese Funktion auch für stationäre Computer sinnvoll, da sie die Verwendung verschiedener Hardware-Komponenten und Testkonfigurationen erlaubt. Weitere Informationen zu den SCPM-Grundlagen und den Umgang mit diesem Modul finden Sie in Kapitel 20, System Configuration Profile Management (Verwaltung der Systemkonfigurationsprofile) (↑Referenz).

3.7.8. Systemdienste (Runlevel-Editor)

SUSE Linux kann in mehreren Runlevels betrieben werden. Standardmäßig befindet sich das System nach dem Booten in Runlevel 5, der einen Mehrbenutzermodus, Netzwerkzugang und die grafische Benutzeroberfläche (X-Window-System) bietet. Die anderen Runlevels bieten Mehrbenutzermodus und Netzwerk, jedoch kein X (Runlevel 3) Mehrbenutzermodus ohne Netzwerk (Runlevel 2), Einzelbenutzermodus (Runlevel 1 und S), Systemhalt (Runlevel 0) und ein erneutes Booten des Systems (Runlevel 6).

Die verschiedenen Runlevels sind nützlich, wenn Probleme in Verbindung mit einem bestimmten Dienst (X oder Netzwerk) in einem höheren Runlevel auftreten. In diesem Fall kann das System in einem niedrigeren Runlevel neu gebootet werden, um den betreffenden Dienst zu reparieren. Viele Server arbeiten ohne grafische Benutzeroberfläche und müssen in einem Runlevel ohne X gebootet werden, beispielsweise Runlevel 3.

Normalerweise wird nur der Standard-Runlevel (5) benötigt. Wenn jedoch die grafische Benutzeroberfläche einmal nicht mehr reagieren sollte, können Sie das X-Window-System neu starten, indem Sie mit Strg-Alt-F1 auf eine Textkonsole umschalten, sich als "root" anmelden und mit dem Befehl init 3 in Runlevel 3 wechseln. Dadurch wird das X-Window-System heruntergefahren und Sie können mit einer Textkonsole weiterarbeiten. Um das grafische System neu zu starten, geben Sie init 5 ein.

Weitere Informationen zu den Runlevels in SUSE Linux und eine Beschreibung des YaST-Runlevel-Editors finden Sie in Abschnitt 28.2.3, „Konfigurieren von Systemdiensten (Runlevel) mit YaST“ (↑Referenz).

3.7.9. sysconfig-Editor

Das Verzeichnis /etc/sysconfig enthält die Dateien mit den wichtigsten Einstellungen für SUSE Linux. Im sysconfig-Editor werden alle Einstellungen in übersichtlicher Form angezeigt. Die Werte können bearbeitet und in den einzelnen Konfigurationsdateien gespeichert werden. In der Regel ist eine manuelle Bearbeitung nicht erforderlich, da die Dateien automatisch angepasst werden, wenn ein Paket installiert oder ein Dienst konfiguriert wird. Weitere Informationen zu /etc/sysconfig und dem sysconfig-Editor von YaST finden Sie in Abschnitt 28.3.1, „Ändern der Systemkonfiguration mithilfe des YaST-Editors "sysconfig"“ (↑Referenz).

3.7.10. Auswahl der Zeitzone

Die Zeitzone wird bereits während der Installation festgelegt, kann jedoch in diesem YaST-Modul geändert werden. Wählen Sie Ihre Region aus. Eine Liste der Zeitzonen wird angezeigt. Wählen Sie die für Ihren Standort geltende Zeitzone aus und klicken Sie auf Übernehmen, um die Änderungen zu speichern.

In diesem Modul können Sie zwischen Lokale Zeit und UTC (Universal Time Coordinated, koordinierte Weltzeit) wählen. UTC wird häufig unter Linux-Systemen verwendet, wohingegen Computer mit zusätzlichen Betriebssystemen, beispielsweise Microsoft Windows, zumeist die lokale Zeit verwenden.

Datum und Uhrzeit können ebenfalls in diesem Modul geändert werden. Klicken Sie dazu auf Ändern. Die gewünschte Uhrzeit und das gewünschte Datum können über die Tastatur eingegeben werde. Alternativ können Sie auf den entsprechenden Pfeil klicken, bis die richtigen Werte angezeigt werden. Klicken Sie auf Übernehmen, um Datum und Uhrzeit auf die eingegebenen Werte zu ändern.

3.7.11. Sprachauswahl

Die primäre Sprache und die sekundären Sprachen für Ihr Linux-System werden während der Installation festgelegt. Sie können jedoch jederzeit über dieses YaST-Modul geändert werden. Die in YaST festgelegter primäre Sprache gilt für das gesamte System, einschließlich YaST und der Desktop-Umgebung. Wählen Sie hierfür die Sprache aus, die Sie voraussichtlich die meiste Zeit verwenden. Sekundäre Sprachen sind die Sprachen, die aus verschiedenen Gründen hin und wieder vom Benutzer benötigt werden. Ein Umschalten zwischen der primären Sprache und den Sekundären Sprachen ist problemlos möglich.

Abbildung 3.9. Festlegen der Sprache

Festlegen der Sprache

Zum Ändern der primären Sprache klicken Sie auf Sprachauswahl. Sie werden aufgefordert, die primäre Sprache auszuwählen. Nach Auswahl der primären Sprache können Sie durch Aktivieren der entsprechenden Kontrollkästchen die Tastatur an diese Sprache anpassen und die Zeitzone ändern. Um die sekundäre Sprache festzulegen, markieren Sie die gewünschte Sprache in der angezeigten Liste. Durch Klicken auf Übernehmen werden die ausgewählten Sprachen installiert; nicht benötigte Sprachen werden deinstalliert.

Für manche Sprachen gibt es mehrere Dialekte. YaST ermöglicht eine Feinabstimmung der Spracheinstellungen. Klicken Sie auf Details, um eine große Auswahl an regionalen Dialekten anzuzeigen, aus denen Sie auswählen können. Hier können Sie außerdem angeben, wie Locale-Variablen für den Benutzer "root" festgelegt werden. Diese Einstellungen werden in die Datei /etc/sysconfig/language geschrieben.